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Das Bürgerforum Stadtbild Bad Mergentheim e.V. besuchte Gewölbekeller im Rahmen einer Stadführung


Das Bürgerforum Stadtbild Bad Mergentheim e.V. besuchte im Bereich Marktplatz, Ochsengasse, Wettgasse und Mühlwehrstraße 9 Gewölbekeller im Rahmen einer Stadtführung u. informierte diesmal über das unterirdische Bad Mergentheim.

Im  Rahmen der Stadterhebung 1340 durch Kaiser Ludwig den Bayern wurde auch die Stadtmauer gebaut. Und mit dem Aufkommen der Schusswaffen war der Stadtgraben davor unnötig, geworden. Bei dessen Auffüllung wurde der heute noch existierende unterirdische Außenringtunnel direkt außerhalb der Stadtmauer 1 befestigt.

Ein zweites unterirdisches Gangsystem befindet sich innerhalb der Stadt um das Schloß herum. Ein dritter unterirdischer Gang (“Märzen­­gang”) kommt vom Eisenberg via Felsenkeller, Brunnen (Frommen)-gasse in das Schloss . Dieser Märzengang dürfte als Trinkwasserleitung wohl schon zur Zeit der Erweiterung der alten Wasserburg erstellt worden sein (heute versorgt er noch den Fischbrunnen u. den Finanzamtsbrunnen im äußeren Schlosshof). Die alte Wasserburg wurde wohl noch durch einen Ziehbrunnen versorgt.

Das Gangsystem, das Mergentheim in den 4 Himmelsrichtungen unter den 4 Hauptstraßen durchzieht, verlief davor als “Tagwasser” Leitung oberirdisch, dem Gefälle von Süd nach Nord entsprechend. Das gesamte 3 m tiefliegende katakombenartige Gangsystem ist ein Netz von fest ausgemauerten 60-90 cm breiten u. 130 -180 cm hohen Gängen in einer Gesamtlänge von 4 km (1932 davon noch 2,5 km begehbar) mit Abzweigungen in die großen Gewölbekeller z.B. des Hospitals (Spital), des Hänser (=Johanniter)hofes, des Dominikanerklosters (beide bereits 1250 dokumentiert) u. des Bauer´schen Weinhändlerhauses (Café Europa).

Dies innerstädtische Gangsystem hatte Verbindung mit dem Außengürtel am Ober(Wachbacher)-Tor am Milber (Mühlwehr)-Tor und am Hadergassen (Härterichstr.)-Tor.

Der Hauptstrang um das Schloss herum hat mehrere Ausgänge:

1. Unter den Schüttplatz (auf der “Schied”=Deutschordensplatz) in Richtung Ledermarkt 2 .vom Bläserturm (dem ältesten noch vorhandenen Bauwerk des Schlosses )aus Richtung Carolinum auf den Eisenberg 3. Über den äußeren Schlosshof durch den Finanzamtgarten der Tauber zu und dürfte ins Freie gemündet haben 4. Richtung Versorgungskuranstalt unter der Igersheimer Straße durch in Richtung Neuhaus: der sagenhafte Gang “zur “ Burg Neuhaus. 

Durch die im Verlauf der Zeit entstandenen Neubauten sind einzelne Teile dieser solide ausgebauten Gänge durchbrochen, z.T. auch zugeschüttet worden. Dies trifft besonders auf die bis nach dem 2. Weltkrieg erhaltenen, durch Baumaßnahmen aber in zunehmendem Maße zerstörten Gewölbekeller zu.

Die stabilen Gangsysteme waren im 13.-15. Jh in Fronarbeit erbaut worden, d.h. unter Heranziehung der gesamten leibeigenen Bürger, die erst 1537 vom Hochmeister Walter v. Cronberg freigelassen worden sind. Diese Gänge waren aber aufgrund ihrer Dimension (s.o.) für militärische Zwecke, als Flucht- oder Versorgungswege kaum geeignet. Wohl aber legten schwere Seuchen im 15.u.16.Jahrhundert es der Stadtverwaltung nahe, für eine unterirdische Ableitung der gewerblichen Gewässer der Bader, der Färber, Gerber, Bierbrauer, Büttner, Weinhändler u. Wirte zu sorgen, die in den 4 Hauptstraßen vor allem ansässig waren. Die gewerblichen Abwässer waren davor wohl über Tag zu den beiden die Stadt von Süd nach Nord rechts und links des Marktplatzes durchlaufenden Bächen - Ableitungen der Wachbach - abgeführt worden.

Daß diese Ableitungen in solch mächtigen Gängen erfolgten, hatte seinen Grund darin, dass der Ablauf nicht durch ständig fließendes Wasser verdünnt und beschleunigt wurde. Schuld waren auch Verunreinigungen durch die innerstädtische bäuerliche Viehhaltung (Stallhaltung mit dazugehörigen Misthaufen vor den Häusern). Deshalb mußten die Kanäle von Zeit zu Zeit durch menschliche Kraft gereinigt werden, was die Bürgermeisterrechnungen ab 1586 auch belegen.

Der Bau der städtischen Schwemmkanalisation wurde perfektioniert, als Wolfgang Schutzbar (Milchling) 1546 den großzügigen Entschluß faßte, seine Residenz mit einer Wasserleitung und laufenden Brunnen zu versehen. Da waren für ihn wohl diese Gänge zur Einlegung der hierbei verwendeten Bleiröhren-Leitungen wie geschaffen. Denn er konnte sich den Aufwand der Tiefgrabungen ersparen. Aufgrund der damaligen Finanzlage des Ordens hätte er sich das ohnehin nicht leisten können. Durch Zerstörungen, Brandschatzungen und Plünderungen in andauernden Kriegszügen hatte der Orden damals weit über 1 Million Gulden verloren. Außerdem verlangte auch die von Schutzbar (Milchling) gelungene Erwerbung des gesamten Johanniterbesitzes in Mergentheim erhebliche Geldopfer.

Ab 1340 mußte jeder Neubau in Mergentheim unterkellert sein. Ausgenommen das duch Schutzbar (Milchling) 1562-64 erbaute Rathaus (Ratskeller daneben). Mangels Kühlschrank und dank gleichmäßiger Temperatur dienten die Gewölbekeller Jahrhunderte lang in erster Linie der Lebensmittellagerung und -konservierung: Kartoffeln, Eier, Rüben, Obst u. Gemüse das hieß Selbstversorgung, mangels Supermarkt-Einkaufsmöglichkeit, aus dem eigenen Garten. Bei dem Rundgang konnte die wechselnde Nutzung von allgemeinen Lagerraum und der Lebensmittel-Bevorratung über die Energie-Speicherung (Kohle, Briketts, dann Heizöl), heute auch als Regenwasserspeicher für z.T. noch erhaltene wunderschöne große Hausgärten gezeigt werden.
Im 2. Weltkrieg waren die Mergentheimer Bürger froh, dass sie sich in die zum Glück noch erhaltenen Gewölbe als Luftschutzkeller zurückziehen konnten. Aber in unseren Tagen muß scheinbar alles sofort und rücksichtslos zu Geld gemacht weden. Da scheint der Abriss u die Auffüllung auch des unterirdischen historischen Kulturgutes zwecks Bauplatzes der Weisheit letzter Schluss zu sein.

Um die Mitte des 12. Jahrhunderts wurde die Zisterzienserabtei Schöntal gegründet. Der Fürstbischof von Würzburg, Albert von Hohenlohe, erlaubte der Abtei eine Kapelle in ihrem späteren Probsthof St. Bernhard zu bauen (1365). Auch diese gotische Kapelle mußte verschiedenen Funktionen dienen: vom Gotteshaus zum Brauhaus der Klosterbrauerei ab 1809, und bis 1894 als Bierlager der Kulmbacher Brauerei gegenüber.
Die Stallungen des Spitals befanden sich im Hänserhof. Beim Neubau des ehemaligen Probsthofes (ca.1750) entstanden 2 Gewölbekeller, die heute als Fahrradkeller u. Heizungskeller des Töchterinstituts/ der Realschule St. Bernhard genutzt werden.

Dasselbe gilt auch für das Haus de Longueville in der Ochsengasse, das nicht nur ober- sondern auch unterirdisch vorbildlich restauriert und nach Trockenlegung des Gewölbekellers als hochmodern geführter erfolgreicher Friseurbetrieb betrieben wird.
Nach diesen erlebten schönen Beispielen, wie es auch anders geht, das heißt ohne Einsatz der Abrißbirne, wurde abschließend der mit 10 m Spannweite, mit alten Weinfässern und -flaschen erhaltene und noch bis in die 70er Jahre als Vorratskeller der Lebensmittelhandlung Bock genutzte Gewölbekeller in der Entengasse als geeigneter Tagungs- und Partykeller für den gemütlichen Ausklang der Führung benutzt.



 

Written by: Globalwide Admin 1 2013.06.26

 

 


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